Montag, 14. Juni 2010, 11:26
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Niedersächsischer Kultusminister strebt Reform des Klassenbildungserlasses an.
Die Reform des Klassenbildungserlasses unter Kultusministerin Heister-Neumann ist gerade einmal ein Jahr alt und brachte neben großem Widerstand der Eltern zwei Rückschritte in Bezug auf die Klassengrößen und die Zuverlässigkeit der LehrerInnenversorgung mit sich.

Nun rudert der frische Kultusminister Althusmann teilweise zurück und verkauft dies als Innovation.
So erklärt uns der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Karl-Heinz Klare in der aktuellen Presseerklärung der CDU-Fraktion vom 09.06.2010:
„Der Erlass entspricht dem Wunsch von Schülern, Eltern, Landeselternrat und Verbänden. Er zeigt, dass das Maßnahmenpaket der Landesregierung zur Unterrichtsversorgung Früchte trägt“
“Alles nur Augenwischerei”, sagt Georg Gunkel-Schwaderer von den Falken in Nordniedersachsen. “Die Reform der Reform ist zwar wieder ein Schritt in die richtige Richtung, doch den Schaden die der Doppelrückschritt von vor einem Jahr angerichtet hat, ist damit noch nicht geheilt!”. Landesweit kritisieren Eltern zu große Klassen –zumal in den Grundschulen– und vor allem auch die Personalpolitik bei den Lehrkräften. Alles werde nur mit heißer Nadel gestrickt, die so heiß ist, dass man den Begriff der “Feuerwehr-Lehrkraft” nur zu gut verstehen könne.
Auch in Lüneburg wehren sich an verschiedenen Grundschulen zahlreiche Eltern gegen die Bildungspolitik der Landesregierung. In der Grundschule Hasenburg etwa ärgern sich Eltern über den Abzug einer für ihre gebeutelte Grundschulklasse sehr positiv wirkenden Klassenlehrerin. Und in der Hermann-Löns-Grundschule kämpfen die Eltern gegen die Zusammenlegung der drei aktuellen zweiten Klassen zu zwei Dritten Klassen. Die Eltern suchen nun per Annonce Kinder, die an den anderen Schulen nicht glücklich sind. Gebraucht werden noch zwei neue MitschülerInnen!
Genau hier würde eine Neuregelung, die dem geäußerten Anspruch des Kultusministers gerecht würde, greifen. “Mehr Zeit der Lehrer für unsere Kinder”, “Kleinere Klassen”, so hört man es immer wieder aus dem Kultusministerium. Aber auch die von Althusmann angedachte Änderung, nämlich die Zusammenlegung von Klassen erst nach der zweiten, resp. –für weiterführende Schulen– erst ab der 6. Klasse zu vollziehen, kommt dem Wunsch der Eltern zwar entgegen, wird aber in aller Regel nichts an dem generellen Missstand ändern.

Vor allem für die Hermann-Löns-Kinder ändert sich danach nichts. Die unflexible Planung der Zusammenlegung ohne Berücksichtigung des großen Neubaugebiets ‘Brockwinckler Weg’, die im Einzugsgebiet liegende Kinder- und Jugendpsychiatrie und des Frauenhauses werden, wenn die Zusammenlegung nicht verhindert wird, zu sehr großen Klassen führen. Ein Zurück gibt es dann nicht mehr!
Wir fordern Herrn Althusmann auf, sich die Hochglanzbroschüren seines Hauses genau durchzulesen und danach zu handeln: Kleinere Klassen und mehr Zeit der LehrerInnen für die Kinder. Ein Klassenbildungserlass, der unverändert bis zu 28 Kinder in den Klassenräumen schmoren lässt, ist keine Innovation!
Dienstag, 8. Juni 2010, 09:10
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…zumindest für Hartz IV-EmpfängerInnen, wenn es nach dem Willen der Regierungskoalition mit ihrem bornierten Sparpaket geht. Denn danach ist ein Punkt der umfangreichen Streichliste ausgerechnet der Heizkostenzuschlag für Hartz IV-EmpfängerInnen. Das passt: Soziale Kälte lässt die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft seit gestern erfrieren!
Man stelle sich die Situation vor: Die Damen und Herren Bundespolitiker sitzen in trauter Runde, ein Snack zwischen den Fingern. Sie überlegen, was denn nicht mehr Not tut an Subventionen. Die Abendsonne scheint zu den überdimensionalen Fenstern des Kanzleramtes herein und wärmt die unterkühlten Seelen. Eben will sich Guido in spätrömischer Manier ein paar Weintrauben in den nach hinten geworfenen Kopf werfen, als ihn ein Gefühl juckt. Es erheben sich seine Augenbrauen, er schnalzt mit den Fingern und verkündet: “Es ist zu warm… Sommer… Heizung aus…”. Angie lässt die Augäpfel rollen, zieht einen Mundwinkel gönnerisch zur Seite und kommt auf die geniale Idee: “Der Heizkostenzuschuss für die Hartzer muss weg!”. Sofort meldet sich Röttgen zu Wort: “Jupp, das passt mir gut in den Kram: Heizen die Penner weniger, dann spart das ungemein CO2! Genial”.
Auch Uschi kann dem ganzen was abgewinnen: “Ich bin doch im Grunde meines Herzens auch Umweltschützerin… Das hat mein Vater mir in die Wiege gelegt… das hat er schon 1977 bei der Benennung Gorlebens bewiesen! Also von mir aus können wir auf der Grundlage noch viel mehr Arbeitslose und auch Langzeitarbeitslose produzieren… Ich helfe mit! Das spart Geld und CO2!”.
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Wieder zurück in der Realität, fragt man sich erneut: Sind die da oben ganz durchgedreht? Wollen die soziale Unruhen provozieren? Oder sind die einfach nur gänzlich verrückt?
Wie bitteschön, soll es, beispielsweise einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern gelingen, vom Regelsatz (auf den das Kindergeld angerechnet wird!) und einem Wohngeldzuschuss, der in vielen Fällen noch nicht mal an die realen Gegebenheiten der Mieten angepasst ist, noch die Heizkosten davon zu bestreiten?
Nicht genug, dass der vom Gesetz geforderte billige Wohnraum in vielen Fällen gar nicht zur Verfügung steht und schon hier vom Regelsatz Teilmieten bezahlt werden. Nicht genug, dass die Wohnungen, die den knappen Rahmenbedingungen der Hartz-Gesetze entsprechen, meist so schlecht gedämmt sind, dass die Heizkosten zwangsläufig relativ hoch sind. Nicht genug damit, dass gerade im Bereich der Energieversorgung hohe Preissteigerungen zu erwarten sind…
Diese Sparorgie, die gestern von der Bundesregierung skizziert wurde, ist ein sozialer Sparhammer, der in erster Linie die Wehrlosesten in der Gesellschaft trifft, während die Reichen und Superreichen sich die Hände reiben, während die Bankmanager weiter fette Gewinne schreiben und ein Land nach dem anderen verspekulieren.
Spätestens seit gestern steht fest:
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!
Es kann doch nicht sein, dass immer diejenigen bluten müssen, die selbst am meisten unter den Verhältnissen zu leiden haben, während sich diejenigen, die für die Katastrophen verantwortlich sind, aus der Affäre ziehen!
In nahezu allen Politikfeldern regiert Dilettantismus, Borniertheit, Klientelpolitik. Ob in der Bildungs-, Atom- oder der Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Warum lassen wir uns das alles gefallen???
Dienstag, 1. Juni 2010, 16:44
Schule, Solidarität
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Nachdem das Volksbegehren für gute Bildung in Niedersachsen mit Schmackes die erste Hürde genommen hat und anstatt der benötigten 25.000 Unterschriften mehr als das Dreifache (87.000) zusammen bekam, ist nun die heiße Phase und der Endspurt eingeläutet.
Bis Anfang Dezember müssen knapp 610.000 wahlberechtigte Menschen in Niedersachsen auf gültigen Listen unterschrieben haben und, was noch wichtiger ist: Die Listen müssen dann auch bei den jeweiligen Wahlkreisen abgegeben werden.
Dabei sind die formalen Ansprüche sehr hoch: Nicht jeder darf einfach auf jeder Liste unterschreiben! Listen, die Unterschriften von Wahlberechtigten aus unterschiedlichen Hauptwohnsitzgemeinden enthalten, werden zum Teil ungültig gemacht – nur die Stimmen der jeweiligen Unterzeichner die in der Gemeinde ihren Hauptwohnsitz haben, werden gezählt.
“Das ist eine ganz schöne Zettelwirtschaft, wenn man die Unterschriften auseinanderhalten will – beispielsweise an einem Infotisch in der Fußgängerzone” sagt Georg Gunkel-Schwaderer, Falke aus Nordniedersachsen. Gunkel-Schwaderer weiter: “Eine unnötige Hürde, wenn die Listen zentral ausgewertet und landesweit überprüft würden.”
Nichts desto trotz wird die Bildungsmisere in Niedersachsen immer offener sichtbar. Die vollmundigen Versprechen der LandespolitikerInnen, allen voran des Kultusministers Althusmann, klingen in letzter Zeit nicht mehr sehr überzeugend. Aufgrund der Sparmaßnahmen wird angedacht, auch massiv im Bereich der Bildung zu sparen.
Während dessen formiert sich in Lüneburg an mehreren Grundschulen Widerstand: Immer mehr Eltern merken, dass die Sonntagsreden der gewählten VolksvertreterInnen zwar nach wie vor schön klingen, aber letztlich nichts mit der Realität zu tun haben.
Ein Beispiel: In der Hermann-Löns-Schule sollen drei zweite Klassen zu zwei dritten Klassen zusammengelegt werden weil nach dem Niedersächsischen Klassenbildungserlass gerade einmal 4 SchülerInnen zu wenig in den 3 Klassen sind. Berechnet man die umliegenden Neubaugebiete mit ein, so ist abzusehen, dass ein Zuzug von dort in Kürze diese Lücke mehr als schließen wird.
Zudem versorgt die Schule das Lüneburger Frauenhaus und die Kinder- und Jugendpsychiatrie – auch aus diesen beiden Einrichtungen können jederzeit Kinder in die Schule kommen. Eine intensivere Betreuung für diese zum Teil traumatisierten Kinder wäre doch wirklich wünschenswert.
Die Landesschulbehörde jedoch sieht keine Notwendigkeit diese beiden Einrichtungen in die Berechnung mit einzubeziehen. Zahlen sind Fakten und fertig aus! Wenn Kinder von dort angemeldet würden, werden sie selbstverständlich auch mitgezählt, vorher nicht.
Die Zusammenlegung bedeutet nun konkret, dass danach ca. 27-28 Kinder in die dritte Klasse starten. Kommen Kinder im Laufe des Jahres hinzu, wird jedoch nicht mehr geteilt. Mitunter kann damit gerechnet werden, dass es dann an der Hermann-Löns-Schule Klassengrößen um die 32-35 Kinder geben könnte.
Auch an anderen Grundschulen sieht die Lage nicht besser aus.
Es muss etwas passieren.
Übrigens: Die ElternvertreterInnen der aktuellen zweiten Klassen der Lüneburger Hermann-Löns-Schule und die Kinder suchen noch MitschülerInnen. Wenn Ihr Kind an einer anderen Grundschule in Lüneburg angemeldet ist, im Schuljahr 2010/2011 die dritte Klasse besuchen wird und an die Hermann-Löns-Schule wechseln will, können Sie die ElternvertreterInnen unter folgender eMail-Adresse erreichen:
kleine-klassen@gmx.de
Montag, 17. Mai 2010, 11:44
Falken-Kindergruppe, Falken_Bezirk_Hannover, Falken_Jugendgruppe_Lüneburg, Mobile-Medienarbeit, Schule, Solidarität, Zeltlager
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250 junge Menschen diskutierten über die Bedeutung der verbandlichen Gruppenarbeit
Am vergangenen Wochenende trafen sich rund 250 GruppenleiterInnen der Falken zum Austausch über Fragen der Jugendgruppenarbeit unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Den frostigen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit setzten sie eine abwechslungsreiche Mischung aus spannenden Workshops und spontanen Spiel-Einheiten entgegen und das Lagerfeuer wurde zum Dauerbrenner.
Die jungen GruppenleiterInnen kamen aus Regionen von Südbayern bis Hamburg, von Dresden und bis zum Ruhrgebiet. Am Ende des Fortbildungszeltlagers fuhren die jungen Ehrenamtlichen mit zahlreichen methodischen und inhaltlichen Anregungen für die praktische Arbeit vor Ort wieder nach Hause. Einigkeit bestand über die Notwendigkeit der langfristigen Jugendverbandsarbeit und das Potential der Kinder- und Jugendgruppen als Methode der Bildungsarbeit.
Die jugendpolitische Misere der geringen und von Kürzung betroffenen Jugendförderung geht zu Lasten gewachsenen Verbandstrukturen. „Es wird Zeit, dass Politik und Gesellschaft diese Freiräume und das besondere Potential der Jugendarbeit anerkennen und entsprechend finanziell absichern.“ fordert Nico Runge, kinder-, jugend- und bildungspolitischer Referent im Bundesvorstand der SJD – Die Falken. „Kinder und Jugendliche brauchen Raum für Entfaltung, der keinerlei Verzweckung unterliegt!“ so Runge weiter.
Das Camp! ist Teil einer bundesweiten Kampagne mit dem Titel „Die Gruppe macht’s!“. Das Camp! ist zugleich Ausdruck der Kernbotschaften der Kampagne.
Hintergrund:
Die Kampagne „Die Gruppe macht’s!“ der SJD – Die Falken beruht auf der gesellschaftlichen Analyse, wie Kinder und Jugendliche sie wahrnehmen. Die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und das Formulieren eigener Bedürfnisse gehen zu Lasten von Leistungsdruck und Kompetenzentwicklung. Finanzielle Sachzwänge bestimmen den Alltag. Die Gruppe hingegen ist selbstbestimmter Freiraum ohne Zweckbindung und selbstorganisiert. Hier wird Demokratie gelebt und es gibt keine Autorität, die entscheidet. Gemeinsame Positionen werden entwickelt und diese wirken über die Gruppe hinaus: Junge Menschen engagieren sich im Verband und für die Gesellschaft.
Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen. Seit über 100 Jahren, seit 1904 bietet der Verband Strukturen für Selbstorganisation und ehrenamtliches Engagement. Mit den Falken können Kinder und Jugendliche Mitbestimmung und Selbstorganisation erleben, ins Zeltlager fahren, politisch aktiv werden oder sich als Freiwillige in der Gruppenarbeit engagieren. Ein wichtiger Aspekt ist die Internationale Begegnung mit Partnerorganisationen in der ganzen Welt. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der kein Mensch aufgrund sozialer Klasse, Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder sexueller Orientierung benachteiligt wird und treten ein gegen jegliche Form von Diskriminierung, Unterdrückung und Benachteiligung. www.sjd-die-falken.de
Montag, 19. April 2010, 17:27
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Der Lüneburger Bernd Althusmann wird nach Presseinformationen Kultusminister und damit die derzeitige Ministerin Heister-Neumann ablösen. Ministerpräsident Wulff treibt gerade eine mittelgroße Kabinettsumbildung voran…
Allen Bildungsprotesten zum Trotz hielt MP Wulff in der Vergangenheit stets an seiner Kultusministerin Heister-Neumann fest. Egal was in jenem Ministerium verzapft wurde. Unisono war zu hören, dass die Niedersächsischen Ministerien mit der crème de la crème besetzt seien… Auch das Kultusministerium…
Mit der Benennung des Lüneburgers Bernd Althusmann zum Staatssekretär im Kultusministerium ging schon das erste Raunen durch die Zusachauerreihen: Ist das das Ende von Heister-Neumann? Mit dem gleichen Brustton der Überzeugung wurde abgewiegelt: Heister-Neumann würde bleiben. Nun, nur wenige Monate später ist die Rede von Althusmann, als “Aufräumer” des Ministeriums.
Unsere Hoffnung auf Verbesserungen im Bildungsbereich sind aber auch nach dem nun anstehenden Wechsel äußerst gedämpft. Ist doch der CDU-Mann zwar Pädagoge, aber leider kein Garant für ein fortschrittliches, gerechtes, innovatives Bildungsmodell. In der Vergangenheit hat er sich eher als Gewährsmann des ollen, dreigliedrigen und bereits gescheiterten Aussiebungssystems geriert.
Mal sehen, wie es dann in der ministerialen Verantwortungsposition aussieht?!
Wir sind gespannt, Herr Althusmann!
Mittwoch, 17. März 2010, 12:16
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Berlin, 09.03.2010 Der Jugendarbeit in Sachsen wird die finanzielle Grundlage entzogen. Der Deutsche Bundesjugendring, das Netzwerk der bundesweit tätigen Jugendverbände und der Landesjugendringe, beurteilt Kürzungen der Finanzmittel für die Jugendarbeit als kurzsichtige Politik. „Jugendverbände sind Werkstätten der Demokratie, sie dürfen nicht in ihrer Existenz bedroht werden“, sagt Sven Frye, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings.
Die Konferenz der 16 Landesjugendringe, die derzeit in Bremen tagt, hat ebenfalls Stellung zu den Kürzungen in Sachsen genommen. In einer Resolution erklären sie: „Jugendverbände geben Kindern und Jugendlichen auf deren Suche nach ihrem eigenen Lebensweg, ihren Werten und Haltungen vielfältige Räume zum Ausprobieren und begleiten sie mit Rat und Tat“. Das Engagement vieler Kinder und Jugendlicher in den Jugendverbänden hat deswegen vielfältige positive und notwendige Folgen für die Zivilgesellschaft. „Für eine demokratische Gesellschaft ist das Angebot der Jugendverbände eine wichtige Säule“, betont auch Sven Frye. Wenn dieser wichtigen Arbeit die finanzielle Basis geraubt wird, hat das verheerende Folgen: Das Vertrauen in die Demokratie geht verloren, rechtsextreme und demokratiefeindliche Gruppierungen finden Zulauf. „Wir fordern die sächsische Landesregierung deswegen auf, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit dringend zu erhalten und sogar auszubauen“, betont Sven Frye.
In ihrer Resolution weisen die Landesjugendringe auch Äußerungen der sächsischen Staatssekretärin im Sozialministerium, Andrea Fischer, entschieden zurück. Sie hatte die Kürzungen verteidigt und gesagt: „In einem Bild gesprochen heißt das: Kein Geld mehr für Häkelkurse für Mädchen im ländlichen Raum, dafür aber an Brennpunkten einen Streetworker mehr“ (Lausitzer Rundschau). Aus Sicht des DBJR und der Landesjugendringe zeugt diese Sichtweise von fehlendem Verständnis der zivilgesellschaftlichen Potenziale des Engagements von Kindern und Jugendlichen in den Jugendverbänden.
Freitag, 26. Februar 2010, 10:59
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Seit Jahren kämpfen ehrenamtlich organisierte Verbände und Vereine mit einer immer unsozialeren Förderpolitik. In weiten Bereichen werden Regelförderungen, da wo es sie gab, abgeschafft oder eklatant gekürzt. Dies passiert oft mit der Begründung, dass diese Förderungen so genannte “Freiwillige Leistungen” seien. Diese so klassifizierten Ausgaben, ob nun auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene können somit je nach Belieben gekürzt oder gestrichen werden.
Bereits vor mehreren Jahren wurde dies im Auftrag des ABA-Fachverbandes Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V. in dem Rechtsgutachten durch Prof. Dr. Fieseler (Uni Kassel) »Kinder- und Jugendarbeit – Zur Rechtsverbindlichkeit der Leistungen nach dem SGB VIII in Zeiten „leerer Kassen”« (hier aufgegriffen vom “Zentralblatt für Jugendrecht 2003, Heft 5, S. 165 ff.”) untersucht. Dabei wurde festgestellt und gerügt, dass ein Großteil der als “Freiwillige Leistungen” disqualifizierten Angebote im Kinder- und Jugendbereich nach ihrem Charakter eindeutig Regelleistungen sind, da das Kinder- und Jugendhilfe Gesetz (KJHG – jetzt SGB VIII) sie eindeutig im Regelkatalog vorsieht und nicht als Kann-Leitung freigibt.
Seit dem hat sich die Situation aber, wie bereits in der Begleitdiskussion zu diesem Gutachten gemutmaßt, weiter verschärft!
Jugendverbände mit ihrem starken Ansatz der Selbstorganisation, des ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements bewegen sich mittlerweile am Rande der Insolvenz. Ehemals als gesellschaftliche Aufgaben definierte Förderungen “der Zukunft unseres Landes” – der Jugend – werden willkürlich auf private oder öffentlich-rechtliche Stiftungen verlagert, die keinem Verein oder Verband eine Rechtssicherheit auf Förderung garantieren.
Ein Wettlauf auf kurzfristige, projektierte Arbeit ist im vollen Gang. Dabei reiben sich die Jugendverbände bei immer kürzer werdenden Förderzeiträumen (2 Monate bis maximal 1 Jahr) von Förderung zu Förderung mehr auf.
Eine immer umfassendere Antragslyrik und die begleitende / anschließende Abrechnung und Auswertung ist von kleineren Vereinen und Verbänden kaum noch zu leisten.
Unsere Forderung: Wer die Selbstorganisation, das ehrenamtliche Engagement von Kindern und Jugendlichen und damit den Einsatz für unsere Gesellschaft will, muss sich auch für eine nachhaltige, verlässliche Regelförderung in diesem Bereich aussprechen!
Denn: Ehrenamt bedeutet nicht, dass eine qualifizierte Leistung nun kostenlos erbracht wird. Ehrenamt braucht Hauptamt!
Diesem Thema widmet sich auch die jüngste “Genshagener Erklärung”. Dazu nimmt der Bundesjugendring wie folgt Stellung:
Der Deutsche Bundesjugendring begrüßt die Veröffentlichung der Genshagener Erklärung des Bündnis für Gemeinnützigkeit. Besonders erfreulich ist, dass die im Bündnis zusammengeschlossenen Dachverbände von Organisationen der Zivilgesellschaft sich für die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für Bürgerschaftliches Engagement engagieren. Diese ist auch ein Anliegen der Jugendverbände und Jugendringe, die im DBJR zusammengeschlossen sind. Die Genshagener Erklärung gibt in vielen Themenbereichen gute Impulse für die Gestaltung einer zukünftigen Engagementpolitik. In der Erklärung unterstreicht das Bündnis die wichtige Forderung nach einer zuverlässigen Infrastruktur als Basis für die Förderung von Engagement.
Die Frage eines Gesetzes zur Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements muss dabei aus Sicht des DBJR weiter diskutiert werden. Es gilt zu klären, ob ein Gesetz das geeignete Instrument ist, um das wichtige Ziel der langfristigen Förderung zu erreichen.
Der Deutsche Bundesjugendring sieht im Bündnis für Gemeinnützigkeit einen starken Partner bei der Weiterentwicklung des Politikfeldes „Bürgerschaftliches Engagement“. Er wird die bestehende Zusammenarbeit mit dem Bündnis intensivieren. In den Jugendverbänden und Jugendringen engagieren sich mehr als 5,5 Millionen junge Menschen ehrenamtlich. Der DBJR vertritt deren Interessen gegenüber Politik und Gesellschaft.
Freitag, 19. Februar 2010, 12:03
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Selber machen ist genial!
So lautet das Motto unseres Kinderzeltlagers vom 26.06.-09.07.2010 bei Bad Seegeberg für Kinder von 6-12 Jahren.
Wir Falken garantieren jede Menge Spaß, Bewegung und ein anspruchsvolles inhaltliches Programm und in diesem Sommer wollen wir gemeinsam in Schleswig-Holstein zelten. Wir würden uns freuen, wenn DU mitkommst!!!
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Mittwoch, 10. Februar 2010, 01:40
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Die Regelsätze gewähren kein menschenwürdiges Existenzminimum, so die Richter des BVerfG. Die Falken kritisieren das schon lange.
Die Bundesregierung muss die Bemessung der Regelleistungen im Rahmen der sogenannten Hartz-IV-Gesetze korrigieren. So die Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Der Kinder- und Jugendverband SJD – Die Falken begrüßt dieses Urteil:
„Wir fordern schon lange, dass die speziellen Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt werden müssen!“ erläutert der Bundesvorsitzende Sven Frye die Position des Verbandes. „Junge Menschen wollen an Freizeitaktivitäten teilnehmen, suchen den Austausch mit Gleichaltrigen, interessieren sich für Musik und Kultur, wollen mobil sein und haben ein Recht auf gebührenfreien Zugang zu Bildungsangeboten. Kinder und Jugendliche sind selbständige Persönlichkeiten mit besonderem Entwicklungsbedarf. Wir müssen die jungen Menschen als Subjekt ernst nehmen und in ihren Bedürfnissen respektieren.“ so Frye weiter.
Die politischen EntscheidungsträgerInnen dürfen nun nicht den Fehler machen, einfach nur neue Regelsätze in das alte Gehäuse einzubauen. PolitikerInnen sollten sich stattdessen in den Dialog mit den jungen Menschen begeben, um zu verstehen, was deren Bedürfnisse sind. Nur so kann eine sinnvolle Grundlage für die Berechnung erstellt werden. Durch die prozentuale Kürzung des Regelsatzes der Erwachsenen ist ein Regelsatz für die ‚Kurzen’ jedenfalls nicht zu errechnen.
„Das System Hartz ist ein Fehler!“ bringt Frye seine Kritik auf den Punkt. „Wir brauchen eine armutsfeste Grundsicherung für Kinder und Jugendliche, die neben der bestmöglichen Entwicklung auch gesellschaftliche Teilhabe garantiert.“
Genau diese Inhalte sind in der vor mehr als 20 Jahren von den Vereinigten Nationen beschlossenen Kinderrechtskonvention verankert. Deshalb empfiehlt die SJD – Die Falken der Politik, endlich die ernsthafte Umsetzung der Kinderrechte anzugehen. Beginnend mit der Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz, in Artikel 2, dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.
* * * * *
Hintergrund:
Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen. Mit den Falken können Kinder und Jugendliche Mitbestimmung und Selbstorganisation erleben, ins Zeltlager fahren, politisch aktiv werden oder sich als Freiwillige in der Gruppenarbeit engagieren. Ein wichtiger Aspekt ist die Internationale Begegnung mit Partnerorganisationen in der ganzen Welt.
Dienstag, 9. Februar 2010, 12:01
News, Schule
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Nun ist es amtlich: Eine Studie der Leuphana, offenbar in Auftrag gegeben durch die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) ist just veröffentlicht und bestätigt die Vorbehalte gegen die schulische Olympiade. Die erleben wir seit den diversen PISA-/Iglu- und-so-weiter-Studien. Unsere Befürchtungen: Kinder leiden im zunehmenden Maß am System Schule, das sich immer weiter hinter Testereien, Leistungsermittlungen, Schulinspektionen und dergleichen versteckt. Leider ist offenbar mit den aussagekräftigen Studien über das deutsche Bildungssystem lediglich die Bildungsfolterkammer geöffnet worden. Fortschrittliche Schul- und Bildungsansätze finden nur punktuell Gehör.
Hier ein Auszug aus der Veröffentlichung der Leuphana:
“Studie zu Schulstress erschienen
19. Januar 2010 Sie sind gereizt, können schlecht schlafen und klagen über Schmerzen: Jeder dritte Schüler in Deutschland berichtet von regelmäßigen Stress-Symptomen. Das ergab jetzt eine aktuelle Studie des Instituts für Psychologie und des Zentrums für Angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) de Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK). Betroffen sind vor allem Mädchen. 40 Prozent der Schülerinnen haben mehrmals in der Woche psychosomatische Beschwerden. Befragt wurden 4.500 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 21 Jahren an 15 Schulen in vier Bundesländern. (…)”
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