Mitte Mai kamen im Niedersächsischen Langeleben bei Königslutter rund 250 HelferInnen für 5 Tage zusammen, um an den zahlreich angebotenen WorkShops im Großzeltlager teilzunehmen.
Die Arbeitsgruppen richteten sich an HelferInnen im Zeltlager oder in der Kinder- und Jugendgruppe. Die Themenpalette reichte von A wie Arbeiten mit Kindern, über F, wie Falkenkultur und Finanzen über R wie Radio machen im Zeltlager bis Z wie Zeltlagerorganisation ab.
Das Arbeitsergebnis des Video-WorkShops kann hier nun bestaunt werden. Die 8 Filmschaffenden im Alter zwischen 16 und 24 Jahren hatten die Aufgabe, DAS CAMP filmerisch zu begleiten. Herausgekommen ist eine “etwas andere” Dokumentation, die zeigt, wie intensiv die Akteure des Video-WorkShops sich mit ihrem Auftrag auseinander gesetzt haben.
Das Video entstand von der ersten Idee über einen entwickelten Leitfaden und das Filmen bis zum Schnitt und der Präsentation am letzten Abdend im Festzelt in Eigenregie der jugendlichen Akteure. Das Team der Mobilen Medienarbeit in Nordniedersachsen unterstützte die Akteure medienpädagogisch und -technisch.
Am 24.04.2010 gelang es der Anti-Atom-Bewegung einmal mehr und in beeindruckender Weise so viele Menschen auf die Straße zu bringen, wie noch nie vorher.
Allein aus Lüneburg bewegte das Thema mehr als 5.000 Menschen nach Geesthacht-Besenhorst, zum Landhof Buhk, davon allein um die 300 PedalritterInnen. Das hat sicher auch seinen Grund in der bornierten Atompolitik der aktuellen Bundesregierung, die aller Kritik und allen Katastrophen der letzten Zeit zum Trotz am ungehinderten Weiterbetrieb der Atomanlagen festhält und sogar den Ausbau dieser Dinotechnik vorantreiben will.
Den Menschen platzt der Kragen bei so einer Betonkopfpolitik, denn klar ist:
Das “Versuchs”-Endlager Asse II wurde jahrzehntelang als reguläres Endlager genutzt. Es wurden schlecht oder gar nicht deklarierte Abfälle von Tierkadavern bis zu hochradioaktiven Substanzen –sogar Plutonium– verklappt! Obwohl es nur für schwach- und mittelaktiven Müll und als Versuchsendlager ausgegeben war. Das Schlimmste: Das Lager säuft mit täglich 12.000 Litern Salzlauge ab und droht einzustürzen.
Endlager Morsleben, mit 1/3 radioaktiven Abfällen aus DDR-Zeiten, als Endlager errichtet. Schon damals als sehr unsicher und marode von westlichen Anti-Atom-Initiativen und PolitikerInnen kritisiert, verstummt dieses Kritik von Seiten der ParlamentarierInnen nach der Wende. Damalige Bundesumweltministerin und heutige Kanzlerin Merkel legt diesen Schweizer Käse nicht etwa still, sondern verfügt, dass noch einmal 2/3 des heutigen Inventars aus westlichen AKW dort eingelagert werden! Wie Asse II, ist das marode Bergwerk vom Einsturz bedroht!
Gorleben ist aus politischen, in keinem Fall aus geologisch-wissenschaftlichen Gründen benannt worden und zudem insgeheim bereits fast komplett ausgebaut worden!
Vor allem die AKW Krümmel und Brunsbüttel kommen wegen Pannen und schweren Störfällen nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus…
Die Betreiber vertuschen, mauscheln und kungeln…
Insgesamt knapp 150.000 Menschen demonstrierten bundesweit an 4 Standorten gegen diesen Wahnsinn!
Einige hundert Menschen aus Lüneburg und Umgebung kamen am Samstag, dem 10.04.2010 in der Innenstadt zusammen, um für die geplante, 120 km lange Menschenkette, am 24.04.2010 zu mobilisieren.
Ein Aktionsbündnis in ungekannter Breite wirbt für die Teilnahme an dieser Großaktion, denn die Verlängerung der Laufzeiten auf dann insgesamt 60 Jahre für schon jetzt marode Meiler, aber auch die ungeklärte Endlagerung, die wieder einmal nur den Namen “Gorleben” kennt, bringt die Menschen in Aktion.
Gerade vor dem Hintergrund der nun von der BI-Umweltschutz Lüchow-Dannenberg aufgedeckten Skandale bei der Benennung des Standortes bekommt diese Großaktion eine Schlüsselfunktion in der weiteren Auseinandersetzung um die Atomfrage. Aber auch die bereits seit langem bekannten Mängel am Salzstock Gorleben, und dessen widerrechtlicher, schon weit fortgeschrittener Ausbau zu einem Atomlager, sowie die ewigen Pannen und Störfälle in deutschen AKW stoßen bei vielen Menschen auf Skepsis, Ablehnung und (neu) erwachtem Kampfwillen gegen eine Dinotechnik, die wirklichen, verantwortbaren Fortschritt verhindert.
Das Lüneburger Aktionsbündnis Menschenkette hat heute seinen ersten Podcast veröffentlicht. Es handelt sich dabei um ein Interview mit zwei der PressesprecherInnen des Bündnisses.
Wenn Sie /Ihr den Player auch auf Eurer Seite einbinden wollt, könnt Ihr folgenden “tag” benutzen (Achtung: Aufgrund eines Fehlers musste das Audio erneut eingestellt werden – dies ist nun der richtige “tag”):
Na, konntest Du nicht dabei sein, auf dem Weg nach und in Berlin?
Das ist zwar schade, aber hier mit diesem Falken-Podcast kannst Du die Stimmung zumindest in Form eines “Hörbildes” wahrnehmen und die einzelnen Stationen des Sonderzuges von Lüneburg nach Berlin nachempfinden.
Für die mangelhafte Tonqualität im letzten Teil bei den Redebeiträgen bitten wir um Entschuldigung, wir standen zu weit von der Bühne entfernt…
Die Falken in Nordniedersachsen entgegen:
Ausdehnung der Schule auf den ganzen Tag und das auch noch flächendeckend bedeutet bildungskonzeptionelle Einfalt!
Am letzten Mittwoch konnte das Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus auf Einladung der SPD-Lüneburg den MdB Sebastian Edathy begrüßen. In dem fast zweistündigen Gespräch, was in der zweiten Hälfte um die Fragen und Statements der zahlreichen Gäste erweitert wurde, äußerte sich Herr Edathy auch zu Lösungsstrategien (zu hören im Falken-PodCast auf der Seite des Netzwerkes).
Bezogen auf den Zulauf und Einbindung von Jugendlichen in die NPD sagt Edathy wörtlich: “…das ist halt sehr problematisch, weil das halt eben meistens Fälle sind, wo (…) die Verantwortung der demokratischen Gemeinschaft, sich um das Hineinwachsen von Kindern und Jugendlichen in unsere Gemeinschaft zu kümmern, weil das da nicht funktioniert hat. Und deswegen bin ich auch übrigens der festen Überzeugung, dass es eigentlich, neben vielen anderen Möglichkeiten die man sinnvoll was tun könnte, gegen Demokratiefeindlichkeit in Deutschland, eine wichtige Maßnahme ist, die Einführung von flächendeckenden Ganztagsschulen. Ganz einfach – um einfach sicher zu stellen, dass unabhängig von der sozialen Herkunft der Kinder, sichergestellt wird, dass die bis zum Nachmittag was Vernünftiges tun!”
“Gut gemeint, Herr Edathy” könnte man erwidern, “aber gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut!”.
Denn aus Sicht der Jugendverbände, kann einem pluralen Gemeinwesen nicht daran gelegen sein, einem Bildungskonzept den absoluten Vorrang zu geben. Jugendverbände sind wichtige Säulen der Demokratie, durch ihre “Schule” sind die ganz überwiegende Mehrheit aller gewählten ParlamentariererInnen gegangen.
Das Lernen in Jugendverbänden sieht zugegebener Maßen deutlich anders aus, als im System Schule – aber genau hierin stecken die Stärken von Jugendverbänden und der Jugendverbandsarbeit und im Übrigen auch großer Teile der (offenen) Jugendarbeit.
Informelles Lernen – lernen an allen Orten, Lernen mit allen Sinnen und lernen zwischen allen sozialen Schichten. So könnte man Jugendverbandsarbeit auch beschreiben.
Die Krux der Sache ist, dass mit dem Ausbau der Ganztagsschulen außerschulische Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit nahezu unmöglich gemacht wird. Sie kann sich bestenfalls dann noch am Abend oder am Wochenende abspielen, für Kinder ausschließlich am Wochenende, da die Abende sich für diese Altersgruppe ausschließen.
Das gleichzeitige und seit Jahren anhaltende Eindampfen oder gar Abschaffen von Förderungen für Jugendarbeit / Jugendverbandsarbeit schwächt diese von uns als wichtige Säule der Demokratie angesehene Tätigkeit zusätzlich.
Fiele die Jugendarbeit/Jugendverbandsarbeit weg, würde sich Lernen und die Identifikation von Bildung nur noch auf das System Schule stützen. Ein plurales System von Lernorten und -ansätzen wäre mutwillig zerstört.
Lernen braucht Wechsel
Je abwechslungsreicher Lernorte, Lerngegebenheiten und -gelegenheiten aber auch personelle Lernbezüge sind, desto weniger können Stigmatisierung und Festschreibungen auf eine spezifische Rolle platzgreifen. Soll heißen: wenn jemand in der Schule zum “Looser” deklassiert ist, kann er in anderen Bezügen und an anderen Lernorten plötzlich mit außergewöhnlichen Leistungen und Fähigkeiten glänzen.
Je mehr jedoch diese Möglichkeiten auf einen Ort begrenzt wird, desto wahrscheinlicher sind Festschreibung und Stigmatisierung.
Jugendverbände wissen dies seit langer Zeit und bieten daher alternative Bildungskonzepte, Begegnungen und Aktivitäten, die die Kinder und Jugendlichen nicht zu “TeilnehmerInnen” oder “SchülerInnen” degradiert, sondern in ihnen selbstverantwortliche AkteurInnen sehen und sie darin unterstützen.
Rechte Lagerfeuerromantik entkräften – durch Schule?
Die neofaschistischen Angebote im Jugendbereich bestehen zunächst in bei Jugendlichen angesagten Aktivitäten, von Musik bis hin zu Lagerfeuerromantik und Erlebnis. Diese werden dann Stück für Stück auf perfide Weise mit der Einführung in die menschenverachtende Ideologie verknüpft, die die Jugendlichen zunächst nicht als verpflichtend oder übertrieben erleben. Dabei wird die Rebellion des Jugendalters ausgenutzt, sich den vordergründigen Anstrich zu geben, sich gegen die Verlogenheit und Ungerechtigkeit der Gesellschaft aufzulehnen.
In der Frage von Konzepten gegen die rechte Lagerfeuerromantik und das Infiltrieren demokratiefeindlicher Gesinnung kann aber Schule, als Institution, die gleichzeitig Bewertungs- und zum Teil Ausgrenzungsinstanz ist –und vielleicht ausgerechnet von den Jugendlichen, die sich von neofaschistischen Angeboten angesprochen fühlen, selbst als Hort der Ungerechtigkeit empfunden wird– nur schwerlich helfen.
Demokratische Jugendverbände mit ihrem sich davon deutlich unterscheidenden Bildungsansatz können dagegen selbstbewusst als Gegenwerte Lagerfeuerromantik mit Demokratiebildung, Selbstverantwortung und -verwaltung sowie Erlebnispädagogik verbinden. Die Freiwilligkeit der Aktivitäten von Jugendverbänden ist hierbei eine Stärke, die zu intrinsischer Motivation beiträgt und das Verantwortungsbewusstsein von jungen Menschen fördert.
“Man arbeitet für sich und in voller Einsicht in die Notwendigkeit, nicht weil einem jemand sagt, dass dies und jenes getan werden muss, oder weil es dafür eine bessere Note gibt!”, so ließe sich eine Jugendliche eines Jugendverbandes zitieren.
Die Alternative zur braunen Menschenverachtung lautet also aus unserer Sicht nicht: Schule, Schule, Schule, sondern Demokratie, Selbstverantwortung und gesellschaftliches Engagement leben und erleben. Dies geht nur begrenzt in und aus einer Institution Schule heraus! Und: Es kostet die Gesellschaft unter anderem auch Geld, was an anderer Stelle ausgegeben wird.
Wie hieß es denn auch folgerichtig neulich auf einem Transparent: “Wäre Bildung eine Bank, Ihr hättet sie schon lange gerettet!” – Man möchte fragend hinzufügen: “Ist Bildung nicht wenigstens so ‘systemrelevant’ wie die Hypo Real Estate?”
Jugendverbände bedeuten (Bildungs-) Vielfalt!
Die Vielfalt bekämpft die Einfalt!!!
Aber leider bekämpft die Einfalt derzeit auch die Vielfalt!!!
Er kommt spät, aber er kommt. Er ist 30 Minuten lang, aber der differenzierten Diskussion wegen ist dies mehr als nötig.
Denn schnell sehen sich die GegnerInnen des Ostpreußischen Landesmuseums dem Vorwurf ausgesetzt, sie argumentierten “mit eigenwilligen Verallgemeinerungen” (LZ vom 31.01.09)…
Es war kalt, so bitterkalt, wie zwischen 1933 und 1945, durch die fehlende Menschlichkeit in Deutschland….
Heute am 27.01.09 dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz vor 64 Jahren trafen sich wieder Lüneburger Mitmenschen, um den Opfern des deutschen Faschismus zu gedenken. Diese Menschen wollen aber mit ihrer Präsenz nicht nur diesem wichtigen Ereignis gedenken, sie wollen auch Mahnen. Sie wollen wie jedes Jahr mit Ihrem Erscheinen deutlich machen, dass dem weltweiten noch immer vorhandenen Antisemitismus und der wiedererstarkenden nationalistischen Ideologie entschieden entgegengetreten werden muss. “Wehret den Anfängen” kann man nicht mehr sagen, denn die Anfänge liegen schon weit zurück und das neofaschistische Vehikel ist noch immer unterwegs mit einer verblendeten und starrsinnigen Besatzung. Es gilt jetzt Gesicht zu zeigen und lautstark, gemeinsam eine Gegenstimme zur faschistischen Kakophonie ertönen zu lassen und durch körperliche Präsenz eine Mauer gegen ein unmenschliches und demokratiefeindliches neofaschistisches System zu bilden.
Dazu hätte ich mir gerne ein paar mehr anwesenden Lüneburger Mitmenschen gewünscht. Eine starke standhafte Mauer können nicht immer nur die anderen bilden. Jeder einzelne ist gefragt sich dazu zustellen und so zu verdeutlichen, dass es viele sind, die sich dafür einsetzen, dass der Nazionalismus nicht wieder über Menschen regiert. Die Verantwortung kann nicht weitergereicht werden.
Denn das gab es schon einmal, so wie auch das Wegsehen…!
Am vergangenen Dienstag, dem 9. Dezember 2008, fand im Lüneburger Glockenhaus ein Zeitzeugengespräch mit Manfred Rosenbaum statt.
Manfred Rosenbaum, 1924 in Berlin geboren, wurde 1935 mit nur elf Jahren von seinen Eltern nach Holland in die vermeindliche Sicherheit gebracht.
Nach seiner Festnahme und Internierung im holländischen Lager Westerbork 1942 beginnt für ihn eine Odyssee, die ihn auch nach Bergen-Belsen zwingt und die ihn bis heute leiden lässt.
Der Falken-PodCast lässt diese beeindruckende, zweistündige Veranstaltung in Ausschnitten die auf insgesamt 15 Minuten gekürzt sind, noch einmal Revue passieren.
Die Kindergruppe findet
immer donnerstags,
ab 15:30 Uhr im Falken-Laden Lauensteinstr. 1
statt...
Die Jugendgruppe
trifft sich jeden
Mittwoch, so ab 16:00 Uhr
im Falken-Laden Lauensteinstr. 1
Bis dann...