Wie eben bekannt wurde, hat das BVG in Karlsruhe der Beschwerde der Nazis nicht stattgegeben.
Das heißt, dass die Demo der Braunen verboten bleibt!
Nichts desto trotz kann damit gerechnet werden, dass es dezentrale, spontane Aktionen der Nazis geben wird. Seid also wachsam, beteiligt Euch am linken 1. Mai in Euren Städten und tretet den Nazis entgegen, wo sie versuchen sich auszubreiten.
Keinen Fuß breit den Faschisten!!!
Heute, morgen – einfach niemals und nirgendwo!
[Zur für diese Meldung ursächliche
Pressemeldung des Polizeipräsidiums]
Heute ist ein Feiertag der Demokratie in Lüneburg, denn die Bündnisdemonstration mit mehr als 2.500 Menschen hat ein sichtbares und friedliches Zeichen gegen die Menschenverachtung der Nazis gesetzt und das Beste:
Die Demonstration der Nazis ist verhindert worden!!!
Die am Morgen mit drei Redebeiträgen begonnene Kundgebung zeigte bereits das entschlossene Auftreten des Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus. In den Redebeiträgen der Kirchen, durch Superintendentin Frau Dr. Schmidt, der SPD-Lüneburg, durch Hiltrud Lotze und der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen, durch Olaf Meyer wurde einmal mehr betont, dass Antifaschismus eine gesamtgesellschaftliche, demokratische Aufgabe ist und nicht auf einzelne Gruppen oder Organisationen abgeschoben wird.
Die Abschlusskundgebung war von der Falken-Rap-Gruppe der Kampagne “Den Rechten die Zähne zeigen” musikalisch unterstützt. Mit ihrem Rap kam zum sonnigen Wetter der richtige “Drive” in die Kundgebung und die anschließenden Aktionen.
Die Redebeiträge der Abschlusskundgebung konnten dazu noch einen weiten Bogen schlagen: So fand die Kundgebung gegenüber des Platzes statt, an dem die 1938 abgerissene Synagoge stand. Hierzu konnte Jochen Fischer für die Geschichtswerkstatt in seinem Beitrag den Zusammenhang zwischen der Nazi-Barbarei, der die Synagoge und die jüdischen Menschen in Lüneburg zum Opfer fielen mit dem heutigen Aufmarsch der Nazis verknüpfen.
Ariane Mahlke-Voß (B’90/Die Grünen) stellte in ihrer sehr engagierten Rede den Zusammenhang zwischen Schule, Jugendarbeit und den Methoden der Nazis dar, Jugendliche für ihre Menschenverachtung zu gewinnen.
Den Höhepunkt stellten aber sicherlich die beiden Sprecherinnen der organisierten SchülerInnen dar. “Nazis sind wie Fußpilz, wenn man ihn einmal hat, bekommt man ihn nur sehr schwer wieder weg!”. Sie und die SchülersprecherInnen in Stadt und Landkreis konnten zum einen sehr viele junge Menschen mobilisieren –das Bild der Demo war von ihnen deutlich geprägt– und stellten in ihrem Redebeitrag klar, dass sie gegen alles das stehen, wofür die Nazis stehen: Ausgrenzung, Menschenverachtung, Vernichtung demokratischer Grundrechte usw…
Nach Abschluss der Bündnisdemonstration und -Kundgebung bewegten sich die meisten der Menschen durch die Stadt, wo es später gelang die Brücke am Stintmarkt zu besetzen. Rund 150 Menschen widersetzten sich der Aufmarschroute der Nazis und hatten damit Erfolg: Die Nazi-Demo musste bis zum Abschluss der Räumung durch die an dieser Stelle sehr besonnen vorgehenden Polizei aufgehalten werden.
Zeitgleich zeigten die Nazis am Bahnhof ihr wahres Gesicht: Es gab mehrere Übergriffe auf Polizisten und einen Ausbruchversuch aus dem gesicherten Bereich, der aber durch starke Polizeieinheiten unterbunden wurde. Der Demoanmelder der Nazis, Christian Sternberg, brach die Verhandlungen mit der Polizei ab, ließ sich nicht auf eine Alternativ-Route ein.
Die Stimmung in der Stadt hat sich mit dem heutigen Tag von Grund auf geändert: Das Bündnis hat mit seinem friedlichen Konzept und der entschlossenen Umsetzung von Zivilcourage gezeigt, dass es auch in Lüneburg, wie bereits in anderen Städten, möglich ist die Nazis zu stoppen!!!
Auf diesem Erfolg baut das Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechts auf! Auch wenn sich die Nazis das nächste Mal in die Stadt trauen… und auch am 1. Mai in Hannover!
Vielfalt gegen Einfalt!
Gemeinsam gegen Nazis!!!
O-Töne von heute folgen...
Antifaschismus gelebt – So bunt kämpfen wir!
Bereits vor einigen Monaten veröffentlichte der Bundesverband der Falken den Aktionsreader für die antifaschistische Praxis: “Antifaschismus gelebt – so bunt kämpfen wir!” – für noch mehr Aufstehen und Widersetzen! Er stellt viele spannende und kreative Aktionsideen gegen Rechts vor bietet aber auch Hintergrundinformationen, Einblicke in die rechte Szene und eine umfangreiche Linksammlung zum Weiterlesen!
Für antifaschistisch engagierte Jugendliche, aber auch für interessierte Erwachsene –zumal in pädagogischer Verantwortung– ein unbedingtes Muss!
“Antifaschismus ist Teil unseres täglichen Handelns. Das ist notwendig, denn Rechtsextremismus ist keine Randerscheinung. In all seinen unerträglichen Schattierungen ist er ständig im Alltag präsent. (…) Ob alleine oder in der Gruppe, ob im Alltag oder als großes Projekt, es kommt darauf an Antifaschismus zu leben. Dafür ist es wichtig die Geschichte zu kennen. So wird Antifaschismus zum Teil der eigenen Identität. So wird Antifaschismus gelebt!” Sven Frye, Bundesvorsitzender der SJD-Die Falken im Vorwort zur Broschüre.
>>>Zum Bestellformular…
Die Falken in Nordniedersachsen entgegen:
Ausdehnung der Schule auf den ganzen Tag und das auch noch flächendeckend bedeutet bildungskonzeptionelle Einfalt!
Am letzten Mittwoch konnte das Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus auf Einladung der SPD-Lüneburg den MdB Sebastian Edathy begrüßen. In dem fast zweistündigen Gespräch, was in der zweiten Hälfte um die Fragen und Statements der zahlreichen Gäste erweitert wurde, äußerte sich Herr Edathy auch zu Lösungsstrategien (zu hören im Falken-PodCast auf der Seite des Netzwerkes).
Bezogen auf den Zulauf und Einbindung von Jugendlichen in die NPD sagt Edathy wörtlich: “…das ist halt sehr problematisch, weil das halt eben meistens Fälle sind, wo (…) die Verantwortung der demokratischen Gemeinschaft, sich um das Hineinwachsen von Kindern und Jugendlichen in unsere Gemeinschaft zu kümmern, weil das da nicht funktioniert hat. Und deswegen bin ich auch übrigens der festen Überzeugung, dass es eigentlich, neben vielen anderen Möglichkeiten die man sinnvoll was tun könnte, gegen Demokratiefeindlichkeit in Deutschland, eine wichtige Maßnahme ist, die Einführung von flächendeckenden Ganztagsschulen. Ganz einfach – um einfach sicher zu stellen, dass unabhängig von der sozialen Herkunft der Kinder, sichergestellt wird, dass die bis zum Nachmittag was Vernünftiges tun!”
“Gut gemeint, Herr Edathy” könnte man erwidern, “aber gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut!”.
Denn aus Sicht der Jugendverbände, kann einem pluralen Gemeinwesen nicht daran gelegen sein, einem Bildungskonzept den absoluten Vorrang zu geben. Jugendverbände sind wichtige Säulen der Demokratie, durch ihre “Schule” sind die ganz überwiegende Mehrheit aller gewählten ParlamentariererInnen gegangen.
Das Lernen in Jugendverbänden sieht zugegebener Maßen deutlich anders aus, als im System Schule – aber genau hierin stecken die Stärken von Jugendverbänden und der Jugendverbandsarbeit und im Übrigen auch großer Teile der (offenen) Jugendarbeit.
Informelles Lernen – lernen an allen Orten, Lernen mit allen Sinnen und lernen zwischen allen sozialen Schichten. So könnte man Jugendverbandsarbeit auch beschreiben.
Die Krux der Sache ist, dass mit dem Ausbau der Ganztagsschulen außerschulische Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit nahezu unmöglich gemacht wird. Sie kann sich bestenfalls dann noch am Abend oder am Wochenende abspielen, für Kinder ausschließlich am Wochenende, da die Abende sich für diese Altersgruppe ausschließen.
Das gleichzeitige und seit Jahren anhaltende Eindampfen oder gar Abschaffen von Förderungen für Jugendarbeit / Jugendverbandsarbeit schwächt diese von uns als wichtige Säule der Demokratie angesehene Tätigkeit zusätzlich.
Fiele die Jugendarbeit/Jugendverbandsarbeit weg, würde sich Lernen und die Identifikation von Bildung nur noch auf das System Schule stützen. Ein plurales System von Lernorten und -ansätzen wäre mutwillig zerstört.
Lernen braucht Wechsel
Je abwechslungsreicher Lernorte, Lerngegebenheiten und -gelegenheiten aber auch personelle Lernbezüge sind, desto weniger können Stigmatisierung und Festschreibungen auf eine spezifische Rolle platzgreifen. Soll heißen: wenn jemand in der Schule zum “Looser” deklassiert ist, kann er in anderen Bezügen und an anderen Lernorten plötzlich mit außergewöhnlichen Leistungen und Fähigkeiten glänzen.
Je mehr jedoch diese Möglichkeiten auf einen Ort begrenzt wird, desto wahrscheinlicher sind Festschreibung und Stigmatisierung.
Jugendverbände wissen dies seit langer Zeit und bieten daher alternative Bildungskonzepte, Begegnungen und Aktivitäten, die die Kinder und Jugendlichen nicht zu “TeilnehmerInnen” oder “SchülerInnen” degradiert, sondern in ihnen selbstverantwortliche AkteurInnen sehen und sie darin unterstützen.
Rechte Lagerfeuerromantik entkräften – durch Schule?
Die neofaschistischen Angebote im Jugendbereich bestehen zunächst in bei Jugendlichen angesagten Aktivitäten, von Musik bis hin zu Lagerfeuerromantik und Erlebnis. Diese werden dann Stück für Stück auf perfide Weise mit der Einführung in die menschenverachtende Ideologie verknüpft, die die Jugendlichen zunächst nicht als verpflichtend oder übertrieben erleben. Dabei wird die Rebellion des Jugendalters ausgenutzt, sich den vordergründigen Anstrich zu geben, sich gegen die Verlogenheit und Ungerechtigkeit der Gesellschaft aufzulehnen.
In der Frage von Konzepten gegen die rechte Lagerfeuerromantik und das Infiltrieren demokratiefeindlicher Gesinnung kann aber Schule, als Institution, die gleichzeitig Bewertungs- und zum Teil Ausgrenzungsinstanz ist –und vielleicht ausgerechnet von den Jugendlichen, die sich von neofaschistischen Angeboten angesprochen fühlen, selbst als Hort der Ungerechtigkeit empfunden wird– nur schwerlich helfen.
Demokratische Jugendverbände mit ihrem sich davon deutlich unterscheidenden Bildungsansatz können dagegen selbstbewusst als Gegenwerte Lagerfeuerromantik mit Demokratiebildung, Selbstverantwortung und -verwaltung sowie Erlebnispädagogik verbinden. Die Freiwilligkeit der Aktivitäten von Jugendverbänden ist hierbei eine Stärke, die zu intrinsischer Motivation beiträgt und das Verantwortungsbewusstsein von jungen Menschen fördert.
“Man arbeitet für sich und in voller Einsicht in die Notwendigkeit, nicht weil einem jemand sagt, dass dies und jenes getan werden muss, oder weil es dafür eine bessere Note gibt!”, so ließe sich eine Jugendliche eines Jugendverbandes zitieren.
Die Alternative zur braunen Menschenverachtung lautet also aus unserer Sicht nicht: Schule, Schule, Schule, sondern Demokratie, Selbstverantwortung und gesellschaftliches Engagement leben und erleben. Dies geht nur begrenzt in und aus einer Institution Schule heraus! Und: Es kostet die Gesellschaft unter anderem auch Geld, was an anderer Stelle ausgegeben wird.
Wie hieß es denn auch folgerichtig neulich auf einem Transparent: “Wäre Bildung eine Bank, Ihr hättet sie schon lange gerettet!” – Man möchte fragend hinzufügen: “Ist Bildung nicht wenigstens so ‘systemrelevant’ wie die Hypo Real Estate?”
Jugendverbände bedeuten (Bildungs-) Vielfalt!
Die Vielfalt bekämpft die Einfalt!!!
Aber leider bekämpft die Einfalt derzeit auch die Vielfalt!!!
Nach eineinhalb Wochen Aktionen und Veranstaltungen gegen (Neo-) Nazis kann das Bündnis eine sehr erfreuliche Bilanz ziehen.
Die durchgeführten Informationsveranstaltungen und Kundgebungen waren durchweg gut besucht und die Stimmung in der Stadt ist, eine Woche vor dem geplanten Aufmarsch der Braunen, sehr positiv und fast schon entschlossen zu nennen.
Dies ist ein gutes Signal für die Gegenveranstaltungen und vor allem für die Demokratie!!!
“Wenn das so weiter geht, werden die Nazis hier in Lüneburg kein Bein an die Erde bekommen.” so Georg Gunkel-Schwaderer von den Falken, die im Bündnis/Netzwerk tatkräftig mitarbeiten.
Die letzte Etappe auf dem Weg zum nächsten Wochenende bilden nun folgende Veranstaltungen:
Der gesamte Veranstaltungskalender ist nach wie vor als PDF-Dokument auch herunter zu laden bei “inklusive menschenrechte“:
| Datum |
Beschreibung |
Ort |
| So, 05.04.09, 11:00 Uhr |
Stadtrundgang: Stolpersteine in Lüneburg – Erinnerung an Lüneburger Opfer des Nationalsozialismus |
Geschichtswerkstatt / DGB-Haus, Heiligengeiststraße 28 |
| So, 05.04.09 |
Im Anschluss an den Stadtrundgang: Diskussionsrunde |
VHS-Lüneburg, Haagestr. 4 |
| Mo, 06.04.09, 19:00 Uhr |
Film: Spuren Suchen
Ein Dokumentarfilm über Lüneburg zur Zeit des Nationalsozialismus. Eine Produktion des Medienzentrums der Universität Lüneburg in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Lüneburg. |
Kath. Kirchengemeinde St. Marien,
Friedenstraße 8 |
| Di, 07.04.09, 19:00 Uhr |
Gesprächsrunde über Rechtsextremismus
Mit der bundespolitischen Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, Monika Lazar von Bündnis 90/ Die Grünen und Mitgliedern des Lüneburger Bündnis für Demokratie/ Netzwerk gegen Rechtsextremismus. |
Leuphana Universität, Hörsaal 3 |
| Mi, 08.04.09, 18:00 Uhr |
Gedenkveranstaltung: „Alles was vergessen wird, geschieht“ |
Vor dem Kalandhaus in der Kalandstraße |
Sa, 11.04.09, 10:00 Uhr !!!!
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Keine Neonazis in unserer Stadt!
Lüneburger MitbürgerInnen sind aufgerufen ein wirksames Zeichen für Demokratie zu setzen und zusammen friedlich gegen Neonazis zu protestieren und dafür zu sorgen, dass Naziaufmärsche in Lüneburg und anderswo nicht stattfinden. Treffpunkt: Lambertiplatz |
Lambertiplatz |
Mit dem Verbot der “Heimattreuen Deutschen Jugend” scheint ein großer Stein ins Rollen gebracht worden zu sein. Wie aus Führungskreisen der NPD heute abend verlautete, werde derzeit eine Selbstauflösung durch den Bundesvorstand der NPD vorbereitet.
Dies sei bereits mit den Untergliederungen wasserdicht abgesprochen. Der Durchführung dieses Beschlusses stehe im Prinzip nichts mehr im Wege.
Udo Voigt: “Da die meisten Gliederungen und Untergliederungen nach unseren Erhebungen ohnehin bereits bis zu 90 Prozent aus Verfassungsschutzmitarbeitern besteht und mit dem Verbot unserer Kinder- und Jugend-Kaderschmiede, der HDJ, nun kein Nachwuchs mehr zu erwarten ist, macht die Fortführung der NPD keinen Sinn mehr“.
Auch ein RECHTS-Anwalt (JR) ließ sich ungewohnt moderat vernehmen: “Ja, ich hatte bereits 1993 vor laufenden Kameras angekündigt, dass wenn es soweit wäre und wir die Macht übernähmen, Journalisten, Richter, Staatsanwälte die ersten wären, die dran glauben müssten – soweit so gut. Aber diese Mordgelüste muss ich wohl noch etwas zurückstellen. Wir werden irgendwann einmal wieder eine Partei gründen und dann sorge ich dafür, dass da keine Verfassungsschützer rein kommen! Und dann geht es los!”
Das gesamte Parteivermögen solle nun der ARD zufließen, da sie die größten Anstrengungen unternommen hat Licht ins Dunkel dieser Partei zu bringen.