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Flensburg: Neonazi-Drohbriefterror!

Wir veröffentlichen aus gegebenem Anlass den offenen Brief der “FördeBande”:

 

Jugendverband Fördebande e.V.
Norderstr. 149

24939 Flensburg -  www.foerdebande.de

 

 

Offener Brief
aufgrund neonazistischer Drohbriefe  an junge Flensburgerin

Liebe Leserinnen und Leser,
aus der Stadt  Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg,
unsere 20-jährige  Mitstreiterin Cora D. ist vor einigen Wochen in den Fokus von Neonazis geraten.  Cora ist seit 2007 Mitglied im SprecherInnenrat des Jugendverbandes Fördebande  und engagiert sich dort für jugendpolitische und jugendkulturelle Belange. Sehr  wahrscheinlicher Auslöser der massiven Drohgebärden ist ihr zivilcouragiertes  Verhalten gegenüber eines Neonazis.
Auf dem Heimweg von Flensburg nach  Nordhackstedt spricht Cora am 18. November 2009 in einem Linienbus einen jungen  Mann an, der Kleidungsstücke einer rechtsextremen Marke trägt. Sie will in  Erfahrung bringen, ob der Mann diese Kleidung aus politischer Überzeugung trägt  oder in Unwissenheit über den politischen Hintergrund der Marke. Der Mann macht  schnell deutlich, dass es sich um kein Versehen handelt und zeigt Cora einen in  Deutschland verbotenen Schlagring, um seine Kampfbereitschaft zu demonstrieren. Angesichts der Bedrohung endet hier das Gespräch. Cora stellt zu ihrem  Erschrecken noch fest, dass der Mann ebenfalls aus der Gemeinde Nordhackstedt  kommt und dort kein Unbekannter ist.

Nach dieser Begegnung patrouillieren  mehrmals vermummte Männer vor dem Haus, in dem Cora mit ihrer Schwester und zwei Kindern im Alter von 2 und 6 Jahren lebt. Es wird nachts geklingelt und Cora  findet im Briefkasten neonazistische Aufkleber. Der erste Drohbrief kommt am 25.  November. Die anonymen Verfasser schreiben: “Wir wissen wer du bist. Halt deine Klappe sonst drehen wier die Zeit zuruck. (…) Wir kennen auch deine Schwester  und ihre Kinder Hendrik und Leif.” (Fehler im Original, Namen  geändert)

Cora macht sich große Sorgen um ihre Familie, ist aber  gleichzeitig froh, dass ihr Umzug nach Flensburg kurz bevor steht und somit  zumindest die Familie aus dem Visier gerät. Um den Vorfall nicht unbeantwortet  zu lassen, gehen Cora und ihre Schwester noch am 25. November zur Polizei in Schafflund.

Dort schickt man die beiden ohne die Aufnahme einer Anzeige wieder fort, da die Polizeibeamten in den Feierabend wollen. Fünf Tage später  startet Cora einen neuen Versuch. Dieses Mal lehnen die Beamten die Aufnahme  einer Anzeige ab, da sie in die Mittagspause gehen wollen. Es gibt auch keine  Ratschläge, wie Cora weiter vorgehen solle. Entsetzt über die Ignoranz der  Schafflunder Polizei, sieht Cora von einer Anzeige ab. Ihre Hoffnung durch die  Polizei Schutz zu erfahren hat sich erledigt.

Am 30. November zieht Cora  nach Flensburg. Es dauert 10 Tage, dann klopft es gegen 9 Uhr morgens an der  Haustür. Statt jemanden anzutreffen, findet sie einen weiteren Drohbrief, der  unter die Tür durch geschoben wurde. Die offensichtlich gleichen Verfasser  werden deutlicher: “Wir sagen es ein letztes Mal. Halt dein Maul. Sonst wird  Blut flissen und swar deins?” (Fehler im Original).

Die Hoffnung, dass  die Drohungen mit dem Umzug enden sind dahin, die Angst vor einem Überfall  ist wieder akut. Der SprecherInnenrat der Fördebande hat Cora deutlich gemacht, dass wir sie mit den schweren Anfeindungen, Drohungen und persönlichen  Belastungen nicht alleine lassen werden. Ein Angriff auf sie, ist auch ein  Angriff auf unseren Verband. Wir werden auf die perfiden Drohungen gegen Cora  und ihr Familie nicht mit Schweigen reagieren, sondern suchen die  Öffentlichkeit, um Unterstützung zu erfahren.

Mit diesem Offenen Brief  wollen wir den Vorfall publik machen und die Täter aus der Anonymität holen.  Außerdem wollen wir erreichen, dass die Polizei sich endlich aufgefordert fühlt  Ermittlungen anzustellen. Es ist traurig, dass es augenscheinlich dafür  öffentlichen Druck bedarf.

Unsere weiteren Schritte:
Nachdem wir  diesen Brief an unsere Ansprechpartner aus Politik und Jugendarbeit gesendet  haben, suchen wir das Gespräch mit der Lokalpresse. Danach führt uns der Weg  erneut zur Polizei.

Unsere Bitte an euch / Sie:
Macht den Vorfall in  euer Organisation, euer Partei oder euer Einrichtung bekannt. Helft mit  Öffentlichkeit zuschaffen, damit sich die Täter beobachtet fühlen, von ihren  Aktionen ablassen und bestenfalls überführt werden können.

Für eine  solidarische und antifaschistsiche Stadtkultur,

Torben Mayer
(Mitglied  im SprecherInnenrat)

 

SOLIDARITÄT KENNT KEINE (Bundesländer-)GRENZEN!!!

Keinen Fuß breit für Faschisten!!!


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Nazis feiern – Landkreis Celle feiert mit…

Es ist unglaublich aber wahr…

Zwei Mal jährlich treffen sich unzählige Neonazis auf dem Hof Nahtz in der Nähe von Eschede im Landkreis Celle und begehen ihre Sonnenwendfeiern, auch jedes Mal wird dagegen mit vielen Menschen demonstriert.

Leider gehört es aber ebenso zur traurigen Realität, dass diese Gegendemonstrationen, unter anderem durch die Sicherheitsbehörden, diffamiert und kriminalisiert werden. So wurde bei der letzten winterlichen Protestkundgebung über Stunden von den Pressesprechern der Polizei behaupet, dass bei Vorkontrollen etliche Waffen von AntifaschistInnen sichergestellt wurden.
Eine Überprüfung vor Ort erbrachte das Gegenteil: Die für die Asservaten zuständige Beamtin wollte den DemonstrationsbeobachterInnen zunächst keinen Zutritt zum Asservatencontainer gewähren, folgte dann jedoch der Anweisung ihres Vorgesetzten. Die beschlagnahmten Waffen bestanden lediglich in EINER Rollmütze, die einem Demonstranten (bei winterlichen Temperaturen) abgenommen wurde, da er sich damit hätte vermummen können!

In allen Nachrichten des NDR und des lokalen Radios war jedoch noch bis weit in den Abend hinein das Märchen von vielen, gefährlichen Waffen zu hören.

Diese Tradition setzte sich nun auch amtlicherseits fort.

Eine bereits Ende September für Samstag, den 19.Dezember 2009 angemeldete Demonstration mit Kundgebung wurde vom Landkreis Celle mit so hohen Auflagen versehen, dass der Sinn und Zweck des Protestes und der Demonstration leider nicht mehr zu erkennen war.

In ihrem 13-seitigen Verfügungsschreiben wurde die Demonstrationsroute ins politische Aus und der Kundgebungsort an eine Stelle verlegt, an dem der Protest keinen Bezug mehr zum kritisierten Geschehen haben würde.

Der geneigte Beobachter fragt sich, was der Landkreis Celle damit bezwecken wollte?

Zurück bleibt nach zähen Verhandlungen des DGB mit dem Landkreis das mulmige Gefühl, dass die Nazis feiern und der Landkreis Celle seinen vermeindlich geschickten Feldzug für die Schaffung von Ruhe und Ordnung in dem kleinen Provinzstädtchen gleich mitfeiert.

Allerdings scheint die Erkenntnis noch nicht bis dorthin vorgedrungen zu sein, dass man dem braunen Spuk nicht durch Nichtbeachtung, sondern nur durch lauten und sichtbaren Widerstand beikommt!

Insofern:

Liebe Verantwortliche des Landkreises Celle,
mit Ihrem Verwaltungshandeln fördern sie die Aktivitäten von (Neo- und Alt-) Nazis, sie fördern die Akzeptanz dieser menschenverachtenden Ideologen und machen sich mitverantwortlich dafür, dass dem nichts entgegengesetzt werden kann.

Ein paar Kilometer entfernt, auch in Ihrem Landkreis, kann man sich ansehen, was aus dieser Haltung schon mal, vor nicht einmal 70 Jahren, geworden ist. Eine traurige Berühmtheit, die der Ort Bergen-Belsen bei Celle weltweit dadurch erfuhr!!!

Schluss mit dem Nazi-Spuk!
Schluss mit der behördlichen Kriminalisierung von AntifaschistInnen!
Schluss mit dem behördlichen Wegsehen in bezug auf (neo-) nazistische Gefahren!

Machen Sie sich nicht zum Büttel menschenverachtender Nazihorden!!!

Deshalb jetzt!

Demonstration:
Samstag, 19. Dezember 2009
Beginn: 13:30 Uhr
Bahnhofsvorplatz Eschede


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