Mai 08 2017

Sommerzeltlager für Jugendliche 2017 in Italien

Unser Sommerzeltlager für Jugendliche und junge Erwachsene (von 13 bis 19 Jahren) wird vom 15. – 29.7.2017 stattfinden.

Wir fahren auf einen Zeltplatz in Grado direkt am Mittelmeer. Für Mitglieder kosten die zwei Wochen voller Meer, Spiel, Spaß und Diskussionen 380 €, ansonsten 400 € (Zahlungsmodalitäten, Raten usw. im Flyer). Wer unseren Infoflyer mit Anmeldeschnipsel haben möchte, kann die unten stehende PDF runterladen und an unser Bezirksbüro senden (SJD – Die Falken, Wilhelm-Busch-Str. 12, 30167 Hanover) oder eine eMail mit Postadresse an: info@falken-hannover.de

Flyer 2017_web

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Mai 01 2017

„Wir sind viele – Wir sind eins!“ – Grandioser 1. Mai in Lüneburg

Bei bestem Mai-Wetter präsentierte sich der Tag der Arbeit heute in Lüneburg. Die engagierte Gewerkschafterin und ver.di Bundesfachgruppenleiterin Busse und Bahnen, Mira Ball, die vielen noch aus ihrer Gewerkschafter*innen-Zeit in Lüneburg bekannt ist, hielt eine engagierte Rede und begeisterte die fast 1.000 Zuhörer*innen auf der Festwiese. Anschließend versammelten sich verchiedene Akteure aus den Sozialen Bewegungen in Lüneburg auf der DGB-Bühne und hatten die Möglichkeit kurze Beiträge, Aufrufe und Statements, Arbeitsinhalten und Kampagnen den Besucher*innen vorzustellen.

In den meisten Fällen gab es anschließend noch die Möglichkeit an den zahlreichen Ständen der Initiativen und Gruppen näher ins Gespräch zu kommen.

Wir Falken hatten wieder mal einen bunten Strauß an Aktionen, tolles Kinderschminken und Schokokusswurfmaschine am Start. Auch die Falken-Gruppe „Menschen•Rechte•Theater“ war das erste Mal mit einer kleinen Performance zu sehen. Diese Gruppe, die sich immer Dienstags ab 17:00 Uhr im CVJM-Jugendcafé „Finke“ in der Finkstraße 4 trifft, stellte die Menschenrechte, wie sie in der UN-Menschenrechte-Charta veröffentlicht sind in einem Kreis vor. Leider war die Umgebung sehr laut, so dass dieses kleine  Menschenrechte-Spektakel etwas unterging – aber wir arbeiten dran…

Auch wurde diesmal wieder ganz kräftig für unsere Zeltlager gesammelt. Wie seit nunmehr 4 Jahren – also diesmal zum 5. Mal – sammeln wir Falken Spenden in Form von „Zeltlagerpatenschaften“ (einmalige kleine und größere Beträge) mit denen wir Kinder und Jugendliche unterstützen, die von keinen Hilfssystemen Unterstützung erhalten – meist leben diese jungen Menschen in Familien, die so gerade eben über dem Satz für Sozialleistungen leben, dass sie weder staatliche Unterstützung erhalten, sich noch die Beiträge für die Zeltlager leisten können.

Das hat in den vergangenen Jahren jeweils immer wieder rekordbrechend und sehr solidarisch geklappt, so dass im letzten Jahr schon eine wirklich stolze Summe als Patenschaftensammlung zusammenkam, die ganz direkt, ohne Umwege den Kindern und Jugendlichen in den Zeltlagern zur Hilfe kam. Wir sind gespannt, wie die Zählung in diesem Jahr ausfällt…

Auf jeden Fall sagen wir den lieben, solidarischen Pat*innen schon mal einen herzlichen Dank!!!

Alle Pat*innen, die das wollen, bekommen später direkt aus dem Zeltlager Dankespost!

Danke auf jeden Fall auch für alle kleinen und großen Helfer*innen aus den Falken-Gruppen, die heute diesen schönen Falken-Stand ermöglicht haben: Anne, Anneke, Emma, Hannah, Jarla, Milan, Noa, Pablo, Theo, Philippe!!!

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Apr 27 2017

Jugendverbände schlagen Alarm!

Jugendverbände sind eine der wichtigsten Säulen der Demokratie. Gerade in Zeiten von Populismus und Rechtsruck in der Gesellschaft. Wo lernen Kinder und Jugendliche sonst unbenotet und ohne Zwang demokratisches Miteinander, Toleranz, Mitmenschlichkeit und können ihre Ideen selbstwirksam und frei ausprobieren?

Aber es ziehen weitere dunkle Wolken am Himmel über dem „Bildungsland“ Deutschland auf. Denn als hätten engagierte Jugendliche nicht schon genug Formalkram zu erledigen, sind immer stärker einem technokratischen Mainstream unterworfen – nun soll ihnen auch noch der letztverbliebene Freiraum genommen werden.

Aber erst einmal die Hintergründe: Die gesetzliche Grundlage unserer Arbeit ist das Achte Sozialgesetzbuch (SGB VIII), eines von zwölf zentralen Gesetzeswerken, die die Sozialgesetzgebung beschreiben.

Das SGB VIII hieß früher „Kinder- und Jugendhilfe Gesetz“ (KJHG) und hat das so genannte „Jugendwohlfahrtsgesetz“ (JWG) abgelöst. Bis dahin war es schon ein weiter Weg und das KJHG konnte mit Fug und Recht behaupten, ein Meilenstein für Kinder und Jugendliche in Deutschland zu sein.

Dieses SGB VIII soll nun reformiert werden. Und neben einigen sinnvollen Neuerungen und näheren Beschreibungen soll auch der Kinder- und Jugendschutz gestärkt werden.

Aber hier sind offenbar die Pferde mit dem Gesetzgeber durchgegangen. Denn in der Neufassung vorgesehen ist auch ein neuer Paragraf, der §48b. Und hier lauert die Gefahr für Jugendliche, Jugendarbeit und Jugendverbände. Denn dieser Paragraf hat es in sich:

„Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der offenen Jugendarbeit

(1) Für den Träger einer Einrichtung der offenen Jugendarbeit nach § 11 Absatz 2 Satz 2, die nicht der Erlaubnis nach § 45 Absatz 1 bedarf, gelten die Meldepflichten nach § 47 entsprechend. Eine Tätigkeitsuntersagung kann entsprechend § 48 erfolgen.“
(Im Player über diesem Beitrag hört Ihr ein Interview mit Immanuel Benz,
einer der stellvertretenden Vorsitzenden des
Deutschen Bundesjugendrings zu diesem Thema!)
 
Denn diese Meldepflichten sind unter anderem das Problem!
Was ist eine Einrichtung der offenen Jugendarbeit? Ist es Euer Bauwagen, den Ihr gerade ergattert habt? Ist es ein Raum, den Ihr gerade angemietet habt, weil es keine städtischen Räumlichkeiten gibt? Und wer von Euch ist verantwortlich? Wer soll melden und was?
Das alles bleibt vage.
Klar jedoch ist: Wer nicht meldet begeht eine Ordnungswidrigkeit!
Und wer prüft das alles?
 
Fragen über Fragen… Letztlich steht aber schon jetzt fest: Das alles kommt zwar schön daher und will Kinder und Jugendliche vor Gewalt schützen – tut es aber nicht.
Einzig der Verwaltungsaufwand bei Jugendverbänden und den Jugendämtern wird ins Unermessliche steigen.
 
Und das, wo doch die letzten Jahre schon immer mehr die Excelisierung der Jugendverbandsarbeit bis zum Erbrechen gesteigert hat: Führungszeugnisse für Teamer*innen einsehen und die Einsicht verwalten, Jugendhilfestatistiken führen, Verwendungsnachweise führen, Belege kopieren, sortieren, ablegen… Diese Liste könnte noch seitenweise weitergeführt werden.
 
Die Technokrat*innen und Excelfetischist*innen in den Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden feiern fröhliche Urständ.
Nur dass es keine*r*m Jugendlichen irgendwie weiterhilft. Im Gegenteil: Es stehen immer weniger Zeit und Ressourcen für die eigentliche Arbeit – der Jugend(verbands)arbeit mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung!

Das wollen wir mit allen betroffenen Jugendverbänden ändern!

Informert Euch, informiert Eure Jugendämter – denn auch sie sind von diesem Wahnsinn betroffen und müssen das ausbaden…

Sprecht mit Euren Bundestagsabgeordneten vor Ort und sensibilisiert sie für das Problem!

Weiterführende Infos:

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Mrz 18 2017

Der NSU-Prozess – Die II.te

Mitten in den Semesterferien (vorlesungsfreie Zeit) baten wir den Nebenklageanwalt, Yavuz Narin, für eine 2. Vortragsveranstaltung nach Lüneburg. Die erste Veranstaltung vor fast genau 4 Moaten, die im InfoCafé „Anna&Arthur“ stattfand, war mit rund 70 Besucher*innen so überlaufen, dass viele Zuhörer*innen dem Vortrag mindestens im Stehen folgen, wenn sie nicht sogar vor der Tür bleiben mussten.

Diesmal referierte Yavuz Narin vor rund 30 Zuhörer*innen im Hörsaal 2 der Uni.

Er schilderte, wie im letzten Vortrag, warum er gerade diesen Prozess so engagiert bearbeitet. Und auch, welchen staatlichen Repressionen er, als Rechtsanwalt, seit Jahren ausgesetzt war und ist.

Gleichzeitig kann Yavuz Narin aber auch auf etliche eigene, aber auch mit einem Netzwerk an Jurist*innen und Investigativjournalist*innen gemachte Recherchen zurückblicken, für die er von den Sicherheitsbehörden zunächst verlacht oder angezweifelt wurde, die ihm aber nun nach Jahren Recht geben mussten. Überregionale Medien griffen ihn oftmals an, stellten seine Darstellungen in Zweifel. Nicht selten schon Wochen später mussten sie kleinlaut zurückrudern und seine Recherchen bestätigen.

Über diese –fast schon persönlichen– Hintergründe hinaus wurde klar, dass Vieles, auch staatliches Handeln in den Sicherheitsapparaten, allen voran in den Verfassungsschutzämtern der Länder und des Bundes, im Zusammenhang mit dem NSU-Terror nicht mit rechten Dingen zuging – oder gerade doch mit den RECHTEN DIngen?!

Ein Detail was jetzt zum Ende des Prozesses für Unmut sorgt, ist die Verschleppung des Abschlusses durch die Verteidigung von Ralf Wohlleben: Seine aktuellen Bewährungen laufen noch bis Anfang Juni 2017. Ziel seiner Verteidigung ist es, die Urteilssprechung mit aberwitzigen Beweis- und Befangenheitsanträgen über dieses Datum hinaus zu verzögern, um eine Einbeziehung dieser Bewährungsvorstrafen in die aktuell zu erwartende hohe Freiheitsstrafe in diesem NSU-Verfahren unmöglich zu machen.

Der 3 stündige Vortrag von Yavuz Narin hat den Finger tief in die bundesrepublikanische Sicherheit und ihre Behörden, bis hin zu den Ermittlungsbehörden gelegt. Und auch wenn sich bei den meisten Zuhörer*innen –neben Kopfschütteln– tiefe Zweifeln an der Rechtstaatlichkeit rund um das NSU-Verfahren einstellte, so überzeugt Yavuz Narin doch mit einer tiefen Überzeugung und einem Glauben an eben diese Rechtstaatlichkeit. Er tut alles in seiner Macht stehende, um dieses hohe Gut der Demokratie mit allen Mitteln zu verteidigen, auch oder gerade wenn dadurch Amts- und Würdenträger*innen, die es beschädigen wollen, angegriffen werden.

Ein besonderer Dank gilt auch der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen, die nicht nur sehr aktuelle Informationen auf ihrem gut sortierten Büchertisch bereit hielten, sondern durch eine Gedenkgalerie mit Fotos, den Opfern des rechten Terrornetzwerkes ein Gesicht gaben.

Da wir diesmal keine Audio-Aufnahme des Vortrags gemacht haben, möchten wir auf den freie-radios.net-Beitrag vom 21.02.2017 verweisen, in dem Radio Corax mit dem Prozessbeobachter und Berichterstatter der Freien Radios, Fritz Burschel, ein Interview führt.
Wir haben diesen Beitrag im Player über diesem Beitrag eingebunden. Danke an Radio Corax, Danke an Fritz Burschel für seine unermüdliche Dokumentation!

Außerdem haben wir zusätzlich das Audio der November-Veranstaltung mit Yavuz Narin erneut in einem Player eingebunden, zum Nachhören…

Nachtrag: 21.03.2017: Als Drittes haben wir einen Beitrag von Radio Corax von gestern Abend mit eingebunden…

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Feb 20 2017

Sa. 18.03.2017 – 2. Chance: Veranstaltung „DER NSU-PROZESS“

Vortrag und anschließende Diskussion

mit dem Anwalt der Nebenklage Yavuz Narin
Samstag, 18. März 2017, 16:00 Uhr
Ort: Hörsaal 2 – Uni Lüneburg „Standort ROTES FELD!“, Wilschenbrucher Weg,  21335 Lüneburg

 

Aktualisierter Flyer zur Veranstaltung „Der NSU-Prozess“ mit Yavuz Narin am 18.03.2017 in Lüneburg

Am Samstag, den 18. März 2017 läd der Jugendverband Sozialistische Jugend – Die Falken, das Lüneburger Netzwerk gegen Rechts und der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) der Universität Lüneburg erneut den Anwalt der Nebenklage im so genannten „NSU-Prozess“, Yavuz Narin, nach Lüneburg ein.

Bereits vor vier Monaten war er hier vor vollem Saal zu Gast und berichtete Spektakuläres aus dem Münchner NSU-Prozess und von den Hintergründen.
Narin kann über den –offenbar nun zuende gehenden– Prozess aus erster Hand berichten und aktuelle Tendenzen und Einschätzungen darüber abgeben, wie das Oberlandesgericht den Fall der Neonazistischen Terrorgruppe und ihr Unterstützer*innen-Umfeld behandelt.
Der Anwalt kann auch darüber Zeugnis ablegen, was zum Thema des Prozesses gemacht wurde und welche Themen ausgespart wurden.

Foto Y. Narin

Yavuz Narin, Anwalt der Nebenklage des NSU-Prozesses (Foto: Jürgen Pohl)

Hintergrund:
Der so genannte NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“) hat sich 2011 selbst „aufgedeckt“. Im Laufe von 13 Jahren, ermordete er mindestens zehn Menschen, verübte mindestens drei Bombenanschläge und zahl­rei­che Raubüberfälle.

 Seit 2013 läuft das Gerichtsverfahren dazu vor dem Münchener Ober­landesgericht. Die Verstrickungen von Polizei und vor allem den Ge­heim­diensten in dieses rassistische Netzwerk sind unübersehbar und noch immer nicht im Ansatz aufgeklärt. Das zeigt sich beispielsweise im Vor­gehen des so genannten „Verfassungsschutzes“: So wurden etwa beim Bun­des­amt für Verfassungsschutz wichtige Akten zu V-Leuten vernichtet. Dies geschah ausgerechnet am 11.11.2011 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion und wurde später als „Operation Konfetti“ bekannt. Wie konnte es sein, dass die drei überzeugten Täter*innen unter den Augen von Polizei und „Verfassungsschutz“ rauben, bomben und morden konnten?

Ist der „Verfassungsschutzkomplex“ Bestandteil der Verhandlungen? Wie ist der Stand im Gerichtsverfahren und wie kann eine mögliche Prognose aussehen?

Dies sind nur ein paar der Fragen, die noch geklärt werden müssen, aber die auch Thema des Vortrages von Yavuz Narin sein werden.

In absehbarer Zeit soll ein Urteil in dem Prozess fallen.

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Feb 20 2017

Nachlese: Kritik des Antisemitismus

Vortrag von Stephan Grigat

Was ist der Unterschied zwischen Rassismus und Antisemitismus? Ist Antisemitismus nicht nur eine Spielart von rassistischen Ressentiments? Nein, sagt (nicht nur) Stephan Grigat. Er ist Gastprofessor für Israel Studien am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam, Lehrbeauftragter an der Universität Wien, wissenschaftlicher Direktor von STOP THE BOMB. Auch war er Gastprofessor für kritische Gesellschaftstheorie an der Universität Gießen.

Grigats Vortrag stellen wir hier in voller Länge als Audio ein, damit Interessierte, die es nicht zum Vortrag ins Rote Feld geschafft haben, ihn nun doch noch hören können – und für all jene, die den Vortrag gehört haben und ihn noch einmal nachhören wollen.

Hier noch ein paar Eindrücke aus der Veranstaltung:

…bereits vor der Veranstaltung schon gut gefüllt…

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Jan 13 2017

Falken auf den Spuren von Rosa und Karl. Jugendseminar zum 98. Jahrestag der Ermordung von Luxemburg und Liebknecht

Über 200 Jugendliche aus ganz Deutschland werden zu politisch-historischem Seminar erwartet

Vom 13. bis 15. Januar 2017 veranstaltet die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken schon zum 18. Mal ihr alljährliches „Rosa & Karl“-Seminar in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftpfuhl bei Berlin. Erwartet werden neben Aktiven der SJD – Die Falken auch Mitglieder anderer sozialistischer Jugendorganisationen aus Europa.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Falken, Jana Herrmann, ist überzeugt: „Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sind Persönlichkeiten der linken Geschichte, die durch ihren Mut zu widersprechen und durch ihr konsequentes Eintreten für radikale Demokratie, Internationalismus und Antimilitarismus auch heute wichtig sind. Sie stehen für den historischen Moment 1918/1919, in dem eine andere Gesellschaftsordnung zum Greifen nahe schien.“

Im Gedenken an dieses Vermächtnis werden sich die rund 200 Jugendlichen am Samstag tagsüber in Workshops mit den Personen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, ihren Ideen und Haltungen sowie der Geschichte der Arbeiter*innen­bewegung beschäftigen. Auch aktuelle politische und gesellschaftliche Themen wie der NSU-Komplex, rechte Bewegungen, Critical Whiteness oder alternative Formen der Arbeit werden in den Workshops aufgegriffen. Für den Abend ist ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Kino, Slam Poetry und Disco geplant.

Am Sonntag werden sich die Teilnehmenden auf mehreren Gedenkspaziergängen unter dem Motto „Rosa und Karl und die Novemberrevolution“ mit der Revolution von 1918/1919 auseinandersetzen und sich anschließend zu einer Abschlusskundgebung zusammenfinden. Dazu Immanuel Benz und Josephin Tischner, die Bundesvorsitzenden der SJD – Die Falken: „In den letzten Jahren haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir gedenken wollen. Uns war klar: Wir wollen keine Heldenverehrung, sondern kritisches Denken und Gedenken. Mit den dezentralen Spaziergängen probieren wir in diesem Jahr eine neue Form, die individuelles Gedenken ermöglicht, aber gleichzeitig einen gemeinsamen Abschluss eines intensiven Bildungswochenendes schafft.“

Die Kundgebung findet am Sonntag, 15.01.2017, um 12.30 auf dem Olof-Palme-Platz in Berlin-Tiergarten statt.

 

+++ EINLADUNG +++
Journalist*innen sind herzlich willkommen, sich vor Ort ein Bild zu machen.
Rückfragen, Informationen und Anmeldung zum Seminarbesuch:
Christine Reich, Geschäftsführerin der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
Tel. 033398-8999-12, 0151-257 944 08; E-Mail: c.reich@kurt-loewenstein.de; www.kurt-loewenstein.de.
Rückfragen, Informationen während der Gedenkspaziergänge und der Kundgebung:
Nina Dehmlow, Bundessekretärin für Jugendpolitik der SJD – Die Falken, Tel.: 0151-257 944 08

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Dez 23 2016

Di. 17.01.2017: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Stephan Grigat

Kritik des Antisemitismus. Eine Einführung

Vortrag von Stephan Grigat

Soll der Antisemitismus nicht als bloßes Vorurteil verharmlost, sondern im Sinne einer Kritik an der „antisemitischen Gesellschaft“ dechiffriert werden, muss der antijüdische Hass in Beziehung zur grundsätzlichen Verfasstheit dieser Gesellschaft gesetzt werden. In dem Vortrag soll gezeigt werden, dass Antisemitismus nicht lediglich „Rassismus gegen Juden“ bedeutet, inwiefern der Hass auf Israel als geopolitische Reproduktion des Antisemitismus zu verstehen ist und in welchem Verhältnis der europäische Judenhass zum Antisemitismus in den diversen Spielarten des Islamismus steht.

Stephan Grigat ist Gastprofessor für Israel Studien am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam, Lehrbeauftragter an der Universität Wien, wissenschaftlicher Direktor von STOP THE BOMB und hat zuletzt das Buch „Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung“ veröffentlicht. 2015/16 war er Gastprofessor für kritische Gesellschaftstheorie an der Universität Gießen.
Organisiert und durchgeführt wird der Vortrag von den Falken Lüneburg in Kooperation mit der DGB-Hocschulgrupe Lüneburg. Der Eintritt ist frei.

Vortrag und Diskussion
Dienstag, 17.01.2017, 18:00 Uhr
Hörsaal 3 – Leuphana Universität Lüneburg

STANDORT: ROTES FELD!!!

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Nov 13 2016

„Der NSU-Prozess“, Yavuz Narin in Lüneburg

flyer-nsu2016-11-12webs1Rund 70 Menschen kamen ins InfoCafé „Anna & Arthur“ in die Katzenstraße 2 in Lüneburg und erfuhren vom Nebenklageanwalt Yavuz Narin spektakuläre Hintergründe zum, seit 3 Jahren vor dem Oberlandesgericht München, laufenden Prozess zum so genannten „National-Sozialistischen-Untergrund“ („NSU“).

In der Öffentlichkeit meist auf die 3 bekannten Gesichter, Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe reduziert, verbirgt sich hinter der rund 10 Jahre laufenden rechten Terrorzelle jedoch ein weites Netzwerk an Neonazis, dessen Betrachtung und Ausleuchtung in diesem Prozess jedoch oftmals durch die Prozessführung und die Einengung der Beweisführung auf den direkten Tatzusammenhang der einzigen Überlebenden des Kerntrios, Beate Zschäpe, verhindert wird.

Ebenso wird der gesamte Komplex der Inlandsgeheimdienste – manchen nennen sie „Verfassungsschutz“ – in diesem Prozess ausgespart und nur am Rande, durch geschickte Beweisführungen der Nebenklage eingeflochten.

dsc_0363ausschnittYavuz Narin, ein überaus engagierter und begnadeter Rechtsanwalt schilderte das Beharrungsvermögen von Polizeien, Bundesanwaltschaft, Inlandsgeheimdiensten aus erster Hand. So ging er und seine Mandant*innen bereits vor dem öffentlichen Bekanntwerden des so genannten „NSU“ von rechten Terrornetzwerken (u.a. Combat18) aus, konfrontierte mit seinen Beweisen, Annahmen, Analogien zu europaweiten Anschlägen (beispielsweise Nagelbombenanschläge 1999 in London) und geriet selbst in die Ermittlungsmühlen, wurde sogar verdächtigt, einer der von den Ermittlern so genannten „Döner-Mörder“ zu sein.

Bei all den perfiden und staatsgefährdenden Verwicklungen rund um die Mitwirkung von einigen Polizeien, Inlandsgeheimdiensten und Ermittlungsbehörden, den Vertuschungen und mittlerweile aufgedeckten, bewusst begangenen Vernichtungen von Beweismitteln, glänzt Narin weiterhin mit einem unerschütterlichen Glauben an diesen Staat, diese Demokratie und eine kritische Öffentlichkeit.

Auch aus diesem Grund stellen wir den Vortrag (1 Stunde 11 Minuten!), sowie die anschließende Fragerunde (noch einmal 51 Minuten) hier ungeschnitten ins Netz. Wir hoffen, dass das Audio eine weite Verbreitung findet. Denn nur mit einer kritischen Öffentlichkeit, die möglichst ungefiltert mitbekommt, was hier in diesem Land läuft, kann solchen blinden Flecken in unserer Demokratie entgegengewirkt werden.

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Nov 10 2016

Bildungsprotestkonferenz der Kampagne “Lernfabriken …meutern!”

Bildungsprotestkonferenz
vom Freitag, 18.11.2016 bis Sonntag 20.11.2016
in Essen

Warum ist eine Bildungsprotestkonferenz nötig?

Die Bedingungen, unter denen Bildung stattfindet, sind katastrophal: völlig undemokratische Strukturen; Leistungsdruck durch Turboabitur, Notenwahn und Regelstudienzeit; soziale Ausgrenzung durch Gebühren und mangelnde Förderungsmöglichkeiten; wachsender Einfluss von Unternehmen; Unterfinanzierung vom Personal bis zur Gebäudeinstandhaltung; überarbeitete Lehrende; zu große Klassen und Kurse. Dies alles führt nicht nur zu miserablen Lehr- und Lernbedingungen, es macht Menschen krank. Daher ist es auch kein Geheimnis mehr: Das derzeitige Bildungs- und Wissenschaftssystem ist gescheitert. Es wird den Ansprüchen, die seit der Aufklärung erhoben werden, nicht ansatzweise gerecht.

Schüler*innen, Auszubildende und Studierende sollen nur das lernen, was der Arbeitsmarkt verlangt. Demokratische Partizipation sowie das kritische Hinterfragen der Gesellschaft werden dabei zugunsten braver Angepasstheit an die Erfordernisse der Wirtschaft verdrängt. Die Devise lautet: nützliches Humankapital statt mündiger Menschen. Dabei werden im Kampf um die besten Plätze in dieser Gesellschaft weite Personenkreise ausgegrenzt. Sinnlose Konkurrenz und unnötige Ausschlüsse fangen schon im Bildungswesen an. Schon in Kindertagesstätten ist nicht Platz für alle. Nach der Grundschule werden junge Menschen in verschiedene Schulformen sortiert. Die Auslese richtet sich nach dem Bildungsgrad und dem Einkommen der Eltern, für viele ist die Hochschule dann gar nicht mehr erreichbar. Hohe Gebühren und Kosten der Lernmaterialien, eine unzureichende Ausbildungsförderung und hohe Mieten tun ihr übriges.

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